NACHBEHANDLUNG PERONEALSEHNENREKONSTRUKTION

So funktioniert die Nachbehandlung

© fotolia – 154924914 – exponierter Wanderweg im Allgäu by ARochau

Grundsätze der Nachbehandlung und Rehabilitation

Nachbehandlungsschemata gelten als Orientierung. Abhängig von der genauen
Operationstechnik, Verlauf danach, Anspruch des Patienten etc. werden diese oft
auch individuell angepasst. Die Rehabilitation jedes einzelnen Patienten gestaltet
sich unterschiedlich in Abhängigkeit von der Konstitution des Patienten. Durch
optimales Einhalten der Rehabilitationsanweisungen kann die Genesung positiv
beeinflusst werden.
Eine ausgeglichene Ernährung über den gesamten Zeitraum wird empfohlen. Die
Heilung wird durch Vitamin C und D sowie ein Verzicht auf Alkohol und Rauchen
positiv beeinflusst.
Narbenmassagen können während des ersten Jahres nach der Operation den
Heilungsverlauf günstig beeinflussen. Sie sollten allerdings erst nach vollständiger
Abheilung, d.h. ca. 1 Woche nach Fadenzug und erst wenn die Narben trocken und
krustenfrei sind, mit einer sanften Narbenmassage, z.B. mit Contractubex® Gel,
Bepanthen® Narbengel, o. ä., beginnen. Führen Sie hierzu 2-3 x tgl. für 5-10 Minuten
kleine kreisförmige Massagen mit den Fingerspitzen unter Ausübung von leichtem
Druck entlang der Narbe aus.
Schützen Sie die Narben während des ersten Jahres konsequent vor Sonnenlicht.
Nutzen Sie dazu einen Sunblocker oder eine Sonnencreme mit hohem
Lichtschutzfaktor.

Ablauf der Rehabilitation

Tag 1

Phase 1 – Postoperative Akutphase:

24 h Bettruhe, Hochlagerung, Schmerzmittel, Kühlen, Ruhigstellung in
Gipsschiene oder Orthese, Thromboseprophylaxe

Tag 2-5

Phase 2 -Postoperative Frühphase:

Entfernung der Drainage (falls vorhanden)
Orthese für die nächsten 6 Wochen Tag und Nacht tragen
Lymphdrainage wenn nötig
Erlernen von sicherem Gehen an Unterarmgehstützen unter Entlastung des
operierten Beins, Mobilität erreichen, Thromboseprophylaxe

Ab Tag 6 bis Ende Woche 6

Phase 3 – Intermediärphase:

Entfernung des Fadenmaterials am 12. – 14. postoperativen Tag
Nach Fadenzug schmerzabhängige Vollbelastung in der Orthese zunehmend
auch ohne Gehstützen

 

Ab Woche 7 bis Monat 3

Phase 4 – postoperative Spätphase:

In der 6. – 8. Woche Beginn mit Physiotherapie zum Erhalt der Beweglichkeit und
Kraftaufbau (isometrische Übungen) im schmerzfreien Bereich sowie
Elektrostimulation. Zudem Beginn mit Propriozeptionstraining mit Teilbelastung
bis zur Vollbelastung auf zwei Beinen.
Entwöhnung von der Orthese und tragen einer Bandage bei Belastung
(Physiotherapie, Training)
Motorschiene für 6 bis 12 Wochen
Ab der 8. Woche erfolgt die Vollbelastung.
In der 8. – 12. Woche werden isotonische exzentrische und konzentrische
Übungen mit dem Theraband empfohlen. Die Fuß- und Wadenmuskulatur wird
aufgebaut, es erfolgt eine Gangschulung. Das Training im Wasser ist in dieser
Phase sehr hilfreich. Bis zur 12. Woche sind keine Provokationen der
Peronealsehnen erlaubt. Sportspezifisches Training wird nicht vor der 12.
postoperativen Woche empfohlen.

Ab dem 4. Monat

Sportartspezifisches Training: Erreichen einer regulären muskulär-funktionellen
Funktion, sportartspezifisches Training, schrittweise Rückkehr in den Sport
(ausgewählte Sportarten)

Endgültige Rückkehr in den Vollkontaktsport nach erfolgreichem Bestehen der
Leistungs-Assessments, Prävention erneuter Verletzungen, Protektion der
Gegenseite

Peronealsehnenrekonstruktion

Belastung
  • Teilbelastung für 2 Wochen mit 15 kg (Thromboseprophylaxe)
  • Schrittweises Erreichen der Vollbelastung in den kommenden Wochen (schmerzund schwellungsabhängig) mit Orthese (Tag und Nacht)
  • Fahrrad-Ergometer ab 3.-6. Woche postoperativ mit der Orthese
  • Leichtes Joggen ab 7. postoperativen Woche
  • Sportartspezifisches Training ab 4. Monat und zunehmende Rückkehr in
    Kontaktsport ab 4. Monat postoperativ
Beweglichkeit
  • 6 Wochen Tragen einer Orthese Tag und Nacht.
  • (Ggf. direkt postoperativ Tragen einer Schiene bis zum Fadenzug)
  • Hiernach angepasst an die Aktivität Anpassen einer Bandage
Medikamente
  • Antithrombosespritzen sind notwendig, so lange die Teilbelastung erfolgt (dabei
    regelmäßige Blutkontrollen durch den Hausarzt)
  • Schmerzmittel-Einnahme so lange wie Schmerzen bestehen
  • Der entzündungshemmende Effekt von z.B. Ibuprofen ist zu vernachlässigen und
    sollte nur bei ausgedehnten Schwellungs- oder Ergusszuständen wahrgenommen
    werden
Thrombosestrumpf
  • Nicht erforderlich
Physiotherapie
  • Beginnt bereits im Krankenhaus; bei ambulanter Operation so früh wie möglich
    beginnen
  • In den ersten 6 Wochen Lymphdrainage, wenn nötig, und Gangschulung in der
    Orthese bis zum Erreichen einer vollen Belastung und Erreichen eines normalen
    Gangbildes in der Orthese
  • Nach 6 Wochen ist die ambulante Physiotherapie 2x/Woche für ca. 12 Wochen
    empfohlen
  • Ziel ist der Kraftaufbau und die Stärkung der Propriozeption, die Anbindung an
    ein spezialisiertes Rehazentrum ist empfohlen
Rehazentrum

Nach Abschluss der Physiotherapie ist die Anbindung an ein Rehazentrum zum
gezielten Kraftaufbau, Stabilität etc. im Sinne einer Funktionsverbesserung
empfohlen.

Nachkontrollen
  • Die 1. und 2. Kontrolle bei uns erfolgt in der Regel relativ kurz nach der
    Operation.
  • Der zweite Termin erfolgt zum Entfernen der Fäden (dies kann ggf. auch durch
    den Hausarzt erfolgen).
  • Der dritte Termin findet 6 Wochen nach der Operation statt.
  • Der vierte Termin findet ca. 12 Wochen nach der Operation statt.
  •  Der fünfte Termin findet ca. 18 Wochen nach der Operation statt.
  • Der sechste Termin findet ca. 6 Monate nach der Operation statt.
  • Der letzte Termin findet ca. 1 Jahr nach der Operation statt.
Weitere Termine
  • Sind abhängig vom Sportanspruch und werden daran adaptiert geplant.
  • Grundsätzlich können Nachkontrollen auch bei einem anderen Arzt erfolgen. Der
    Termin zur 6-Wochen-Kontrolle und zur 12-Wochen-Kontrolle sollte jedoch
    grundsätzlich bei uns erfolgen.
  • Außerplanmäßige Kontrollen bei Problemen/Fragen sind jederzeit möglich.
Rückkehr in den Sport
  • Dieser beginnt schrittweise ab der 7. Woche
  • Bei gegebener Kraft, Stabilität, Ausdauer, Koordination und Funktion kann die
    volle Rückkehr in den Sport ab dem 3. Monat erfolgen.
  • Eine instrumentierte Testung dieser Eigenschaften inklusive Testverfahren sollte
    vor dem Vollkontaktsport erfolgen und eine Freigabe erst bei Erfüllung definierter
    Kriterien gegeben werden
Langzeit

Die erreichten Kraft-Ausdauer-Stabilitäts-Levels müssen permanent durch
Training beibehalten werden, um das operierte Bein (sowie das andere) vor
erneuten Verletzungen zu schützen.

Übersicht Nachbehandlung Peronealsehnenrekonstruktion

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Prof. Dr. B. Gladbach

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Priv. Doz. Dr. K. E. Roth

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PRIV. DOZ. Dr. K. Klos

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Fuß, Sprunggelenk
Dr. P. Simons

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