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Hüftarthroskopie

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Anatomie

Bild 1

Das Hüftgelenk (Bild 1) ist das größte Kugelgelenk des Menschen. Wie jedes Gelenk, wird das Hüftgelenk von einer sehr kräftigen Gelenkkapsel umschlossen. Im Bereich des Schenkelhalses finden sich drei kräftige Bänder.

Die Hüftpfanne, das sogenannte Azetabulum, wird von einem halbmondförmigen Knorpelüberzug ausgekleidet. Am äußeren Rand des Azetabulums findet sich die Pfannenrandlippe, das sogenannte Labrum acetabulare.

Aufgabe dieser Pfannenrandlippe ist zum einen die Gelenkfläche zugunsten der Pfanne zu vergrößern und damit dem Hüftgelenk eine weitere vermehrte Stabilität zu geben.

Der Hüftkopf ist seinerseits ebenfalls vom hyalinen Knorpel allseitig umgeben. An den Hüftkopf schließt sich der Schenkelhals an. Dieser stellt die Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Hüftgelenk dar.

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Krankheitsbild

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Die bekannteste anatomische Formabweichung neben der Hüftdysplasie, d.h. einer zu gering ausgeprägten Hüftpfanne, ist das so genannte femoroazetabuläre Impingement. Dieses femoroazetabuläre Impingement wird in zwei Subtypen unterteilt, zum einen des Pinzer-FAI und zum anderen das CAM-FAI.

Kennzeichnend für das Pinzer-FAI ist eine ausgeprägte Hüftpfanne als Ort der Fehlform. Hierdurch kommt es zu einer primären Schädigung der Pfannenrandlippe. Im weiteren Verlauf dieser Erkrankung kommt es zu einer Schädigung des Pfannenrandes sowie des gegenseitigen Hüftkopfes.

Beim CAM-Impingement (Bild 2) ist der Schenkelhals typischerweise verdickt. Der Hüftkopf erscheint asphärisch. Hierdurch wird der Pfannenrandknorpel primär geschädigt und es kommt im weiteren Verlauf zur Schädigung der Pfannenrandlippe.

Die Verdickung des Schenkelhalses sorgt für ein wellenförmiges Ablösen des Pfannenknorpels (Prinzip Tür und Teppichläufer).

Das Pincer-Impingment (Bild 3) ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Form der Hüftpfanne. Hierbei kommt es dann zur Einklemmung der Pfannrandlippe. Diese kann im weiteren Verlauf dann einreißen.

Die Hüftdysplasie als Ergebnis der Reifungsstörung der Hüfte im Kindesalter führt beim Erwachsenen zu einer ungenügenden Überdachung des Hüftkopfes.

Hier kann es im Erwachsenenalter zu einer Schädigung der Pfannenrandlippe und einer Arthroseentwicklung der Hüftpfanne kommen. Oft tritt hier auch eine sog. gemischte Impingement-Form auf (Bild 4).

Symptome

Patienten mit Beschwerden im Bereich des Hüftgelenkes berichten sehr häufig über eine schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit im Alltag und im Sport.

Diese Beschwerden können ganz unterschiedlich sein, mal stechende Schmerzen, mal ein ausgeprägtes nächtliches dumpfes Drücken und Ziehen. Die Beschwerden sind häufig über einen längeren Zeitraum von Monaten zu beobachten und können in Abhängigkeit von z.B. sportlichen Belastungen durch den Patienten ausgelöst werden.

Subjektives Instabilitätsgefühl und Kraftverlust berichten die Patienten ebenso. Belastungsschmerzen im Bereich der Gesäßregion können neben Leistenschmerzen richtungsweisend für eine Erkrankung im Bereich des Hüftgelenkes sein.

Diagnostik

Bild 5

Neben dem Beschreiben der klinischen Beschwerden des Patienten sowie der körperlichen Untersuchung mit Testen des Bewegungsausmaßes und typischen Hüfttests sollten auch die benachbarten Organe Kniegelenk und Wirbelsäule im Rahmen der allgemeinen orthopädischen Untersuchung mit untersucht werden.

An bildgebenden Verfahren ist die Sonographie des Hüftgelenkes strahlenfrei, hier können beispielsweise Gelenkergüsse im Gelenk festgestellt werden.

Die klassische Röntgenuntersuchung (Bild 5: Röntgenbild, welches ein typisches Impingement zeigt) zeigt die anatomischen Fehlformen des femoroazetabulären Impingements und einer Hüftdysplasie.

Weiterhin können hier auch freie Gelenkkörper erkannt werden und eine Hüftgelenksarthrose kann hier ebenfalls festgestellt werden.

Die MRT-Untersuchung dient der weiteren Diagnostik, um Veränderungen und Erkrankungen der Pfannenrandlippe bildgebend darzustellen.

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Indikationen zur Hüftarthroskopie

Indikationen zur Hüftgelenksspiegelung sind neben dem Entfernen von freien Gelenkkörpern die Behandlung des femoroazetabulären Impingements, das sogenannte Hüftengesyndrom.

Weiterhin können Erkrankungen der Pfannenrandlippe sowie Erkrankungen der Gelenkschleimhaut (Synovia) mit der Hüftarthroskopie behandelt werden.

Weitere Erkrankungen, die durch die Hüftarthroskopie behandelt werden können, sind Erkrankungen des Gelenkknorpels im Bereich der Hüftpfanne und im Bereich des Hüftkopfes.

Zudem lassen sich Erkrankungen außerhalb des Gelenkes ebenso behandeln wie die schnappende Hüfte sowie Entzündungserkrankungen im Bereich des großen Rollhügels.

Therapie

Bild 6

Bild 7

Zunächst einmal wird die Hüftarthroskopie in Allgemeinanästhesie durchgeführt.

Um die Hüftgelenksspiegelung sicher und sauber durchführen zu können, benötigt man eine sogenannte Extension des Hüftgelenkes, d.h. hierbei wird das Hüftgelenk oder der Hüftkopf aus der Hüftpfanne herausgezogen, um einen sicheren Einblick in das Gelenk zu haben.

Unter Zuhilfenahme eines Röntgengerätes während der Operation werden nun die Zugänge (in der Regel zwei bis drei) an das zu behandelnde Hüftgelenk angelegt. Komplikationen nach Hüftarthroskopien werden sehr selten beobachtet.

Neben möglichen Blutungen im Op Bereich können vor allem muskuläre Beschwerden nach solch einem Eingriff beobachtet werden.

Die frühzeitige Mobilisation senkt zusätzlich zur „Thrombosespritze“ das Risiko einer solchen. Durchblutungsstörungen des Knochen oder Infektionen sind sehr selten.

1. Freie Gelenkkörper:

Nun können unter Sicht unproblematisch freie Gelenkkörper aus dem erkrankten Hüftgelenk entfernt werden.

2. Erkrankungen der Gelenkschleimhaut:

Die Gelenkschleimhaut kann eigenständige Erkrankungen aufweisen sowie als Folge anderer Hüftgelenkserkrankungen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das Entfernen der Gelenkschleimhaut wird Synovialektomie genannt.

Hierbei haben wir bei der Hüftarthroskopie spezielle Instrumente zur Verfügung, die zum einen schonend die erkrankte Gelenkschleimhaut entfernen und zum anderen die dadurch entstehenden Blutungen deutlich reduzieren können.

Erkrankte Gelenkschleimhaut wird häufig feingeweblich vom Pathologen untersucht. Hieraus ergeben sich dann häufig weitere Therapieverfahren.

3. Erkrankungen der Pfannenrandlippe:

Die Pfannenrandlippe, das sogenannte Labrum azetabulare, ist häufig verändert erkrankt im Rahmen einer Hüftgelenkserkrankung.

Diese Erkrankungen können urplötzlich traumatisch durch ein Unfallereignis entstehen, so z.B. beim Fußball, häufig sind Erkrankungen der Pfannenrandlippe jedoch schleichend im Rahmen eines so genannten Pinzer-Impingement.

In Abhängigkeit zum einen von der Gewebequalität aber auch in Abhängigkeit von der Lebenssituation und dem Allgemeinbefinden des Patienten sowie des Lebensalters kann die Pfannenrandlippe entweder teilweise (Bild 6: Bild einer Hüftarthroskopie, welches einen Riss in der Pfannenrandlippe zeigt) oder großflächig entfernt werden.

Der Erhalt der Pfannenrandlippe ist zu erstreben und wird mit speziellen Knochenankersystemen (Bild 7: schematisches Bild, welches die Naht einer Pfannenrandlippe darstellt). durchgeführt.

Seit kurzer Zeit können auch so genannte Pfannenlippenplastiken mit körpereigenen Sehnen aus dem Bereich des Kniegelenkes durchgeführt werden.

4. Erkrankungen des Pfannenrandes (Azetabulum):

Beim so genannten Pinzer-Impingement liegt die Fehlform im Bereich der Hüftpfanne. Diese steht deutlich über. Um hier das Labrum/die Pfannenrandlippe vor einer Schädigung zu bewahren, empfiehlt sich beim symptomatischen Patient die Reduzierung des Pfannenrandes auf die normale Anatomie.

Diese wird mit speziellen Fräsen durchgeführt. Gleichzeitig muss bei der Therapie des Pfannenrandes auch die Pfannenrandlippe wie oben beschrieben mitbehandelt werden.

5. Schenkelhals:

Das so genannte CAM-Impingement ist gekennzeichnet durch eine Verdickung des Schenkelhalses. Mit Hilfe spezieller Fräsen kann der Schenkelhals wieder seiner normalen runden Anatomie entsprechend angepasst werden.

Das Ausmaß dieses anatomischen Anpassens des Schenkelhalses wird in der praeoperativen Röntgendiagnostik festgelegt.

6. Erkrankungen des Gelenkknorpels:

Im Bereich der Hüftpfanne stehen hier neben Glättung des Gelenkknorpels und Anfrischen des Gelenkknorpels (Mikrofrakturierung) auch bei räumlich umschriebenen Schädigungen der Pfanne die Möglichkeit einer so genannten autologen Chondrozytentransplantation.

Hierbei werden körpereigene Knorpelzellen zunächst entnommen, im Labor angezüchtet und in einem zweiten Schritt in den umschriebenen Knorpeldefekt eingebracht. Diese Therapieformen stehen auch im Bereich des Hüftkopfes zur Verfügung.

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Nachbehandlung

Zu Beginn steht die postoperative Wundbehandlung im Vordergrund der Nachbehandlung.

Die frühzeitige Mobilisation durch die Physiotherapie wird in den ersten Wochen nach der operativen Versorgung durch eigenständiges Training am Ergometer, Motorschiene im Bett oder im Wasser gefördert.

Im Rahmen einer professionellen Rehabilitation, return to sport, kann durch die Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern eine leichte sportliche Aktivität nach 8-12 Wochen erreicht werden.

Sportartspezifische Trainingseinheiten können nach 3-6 Monaten, Wettkampfsport nach 6-9 Monaten wieder aufgenommen werden. Mehr als 90% der Patienten sind mit dem operativen Ergebnis zufrieden oder sehr zufrieden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, das die Hüftgelenksspiegelung bei guter Diagnostik und Indikationsstellung durch einen erfahrenen Hüftarthroskopeur für den Patienten eine Verbesserung der alltäglichen und sportlichen Lebensqualität darstellt.

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08. - 09.12.2017​

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