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Inhaltsverzeichnis

Indikation zur operativen Behandlung

Ist die Anamnese und klinische Symptomatik eindeutig, sollte mit der Empfehlung zur operativen Dekompression des Nerven nicht gezögert werden.

Der Entschluss zur Operation hängt jedoch auch vom klinischen Beschwerdebild, dem Leidensdruck des Patienten und bereits nachgewiesenen neurophysiologisch veränderten Messwerten ab.

Wird ein konservativer Therapieversuch mit Schienenlagerung und ggf. lokaler Infiltration durchgeführt, so sollte eine klinische Kontrolle nach 4-6 Wochen erfolgen.

Ist die Symptomatik nicht gebessert, ist die operative Dekompression empfehlenswert.

Karpaltunnelsyndrom

Anatomie

Anatomische Darstellung des Retinaculum flexorum und die enge Lagebeziehungen zur Arteria radialis und ulnaris, dem oberflächlichen Hohlhandbogen sowie des Nervus medianus in der Tiefe (gelb).

Der Nervus medianus (Mittelhandnerv) verläuft am Handgelenk durch eine anatomische Engstelle, dem Karpaltunnel.

Der Karpaltunnel wird begrenzt durch die Handwurzelknochen und beugeseitig durch das Retinaculum flexorum, einem kräftigen Bindegewebsband.

Liegt ein Kompressionssyndrom des Nerven auf dieser Höhe vor, wird das Retinaculum flexorum operativ gespalten.

Dadurch erhält der Nervus medianus Raum nach beugeseitig und kann regenerieren.

Aus dem Nervus medianus entspringen die sensiblen Nerven für den Daumen, Zeige-, Mittel-, Ringfinger.

Der erste Nervenast ist der am Handgelenk abzweigende Ramus palmaris, eine Verletzung seiner Äste führt zu hartnäckigen Narbenbeschwerden.

Der nächste Nervenabgang ist der motorische Thenarast zum Daumen.

Sein Verlauf ist sehr variabel, eine Verletzung dieses Nerven führt zur Lähmung der Daumenballenmuskeln.

Daher ist bei allen operativen Verfahren zur Dekompression des Karpaltunnelsyndromes, die Schonung der genannten Nervenstrukturen als oberstes Gebot zu sehen.

Das Retinaculum flexorum ist gespalten, der Nervus medianus ist befreit. Man beachte die enge Lagebeziehung zum Ramus palmaris und dem motorischen Nervenast des Nervus medianus.

Am anatomischen Präparat ist die Lagebeziehung von Ramus palmaris zum Retinaculum flexorum und dem Nervus medianus verdeutlicht.

Hier ist der Durchtritt des motorischen Nervenastes durch das Retinaculum flexorum dargestellt. Dieser Nervenast ist bei der Dekompressionsoperation des Nervus medianus sicher zu schonen und darzustellen.

Symptome

Nächtliche Schmerzen in Daumen und Zeige-/Mittel-/Ringfinger, verbunden mit einem Taubheitsgefühl und „Ameisenlaufen“. Zwang die Hand auszuschütteln, Schwellungs- und Spannungsgefühl in der Hand.

Oftmals verstärkt in den frühen Morgenstunden, Besserung am Tage, Zunahme bei längerer Zwangshaltung (Lenkrad im Auto, Zeitung, Strickzeug) Aufsteigende Schmerzausstrahlung in Unter-/ Oberarm und Schulterbereich möglich aber nicht obligat.

Im Verlauf durch zunehmende Schädigung des Nerven Abnahme der Schmerzen!

Dies ist kein Zeichen der Besserung, wenn die Gefühlsstörungen mit Verlust der Feinerkennung von Samt und Seide oder gar eine Verbreiterung der 2-Punkt-Unterscheidungsfähigkeit verbleiben.

Die andauernde Kompression des Nerven führt schließlich zum Ausfall der motorischen Fasern mit Verlust den Daumen dem Kleinfinger gegenüber zu stellen (Verlust der Opposition) und Schwäche der Abduktion (Abspreizfähigkeit).

Es folgt der Untergang der Daumenballenmuskeln.

Op-Verfahren

Darstellung der klassischen offenen Dekompression des Nervus medianus beim Karpaltunnelsyndrom.

Klassische offene Operation

Das wichtigste bei der Dekompression des Nervus medianus ist die vollständige Spaltung des Retinaculum flexorum.

Mit der klassischen offenen Methode werden alle wesentlichen Strukturen dargestellt und eine Revision der Beugesehnenscheiden ist gut möglich.

Der Ramus palmaris wird ebenso dargestellt und ggf. von derbem Fasziengewebe befreit wie der motorische Thenarast.

Im subcutanen Gewebe zwischen Haut und Retinaculum flexorum verlaufen kleine Nervenäste des Ramus cutaneus nervi radialis die, die klassische Schnittführung auf Höhe der Handwurzel kreuzen.

Diese sog. Taleisnik-Nerven führen bei Durchtrennung gelegentlich zu Narbenneuromen mit hartnäckigen Missempfindungen im Narbenbereich.

Hier ist die Schnittführung für die endoskopische Dekompression des Nervus medianus nach Chow dargestellt.

Endoskopische Operation

Bei dem endoskopischen Verfahren zur Dekompression des Nervus medianus wird ein kleiner Schnitt in etwa auf Höhe der Handgelenksbeugefalte angelegt und ein weitere Schnitt in der Hohlhand am distalen Ende des Karpalkanales (Methode nach Chow).

Über diese Inzisionen werden verschiedene spezielle Trokare und Schlitzmesser eingeführt und die Videooptik eingebracht, die an einen Arthroskopieturm angeschlossen wird.

Spezielle Messer dienen dann zur Durchtrennung des Retinaculums unter videooptischer Kontrolle.

Als Nachteil wird von vielen Handchirurgen die methodisch bedingte fehlende Beurteilbarkeit des Nervus medianus selbst wie seiner oben beschriebenen Abgänge kritisiert.

Ebenso kann eine Beurteilung der Beugesehnenscheiden nicht erfolgen, eine entzündliche Verdickung bleibt damit untherapiert.

Eine Variante stellt das Verfahren nach Agee dar, bei dem durch die Verwendung eines anderen Instrumentariums nur noch eine Inzision erforderlich ist.

Die genannten Einschränkungen in der Beurteilbarkeit der Strukturen sind bei beiden Verfahren ähnlich.

Hier ist der Minimal invasive Zugang zur Dekompression des Nervus medianus dargestellt. Die klassische Schnittführung bleibt auf die Hohlhand begrenzt. Verbleibende Missempfindungen im Narbenbereich sind hierdurch nur noch in Ausnahmefällen zu beobachten.

Minimal invasive Operation

Bei dieser Operation handelt es sich um die klassische offene Operation bei der der Zugang auf die Hohlhand begrenzt bleibt.

Hierbei wird der proximale Anteil des Karpaltunnels subcutan getunnelt und mit Wundhaken angehoben.

Mit Verwendung der Lupenbrille wird das Retinaculum flexorum unter Sicht gespalten.

Hierdurch ergeben sich die Vorteile der klassisch offenen Vorgehensweise mit genauer Revisionsfähigkeit des Karpalkanales.

Die Probleme der Narbenbeschwerden werden hingegen umgangen, da die empfindlichen quer verlaufenen Taleisnik-Nerven geschont werden können.

Der motorische Thenarast wird dargestellt und das Beugesehnenlager kann inspiziert werden.

Eine äußere Neurolyse des Nervus medianus ist ebenfalls möglich.

Durch die obligate Verwendung einer Oberarmblutleere wird die Sicht im Wundgebiet verbessert und das Risiko einer Verletzung wichtiger Strukturen weiter reduziert.

Anästhesie

Die Spaltung des Retinaculum flexorum ist in Vollnarkose, intravenöser Regionalanästhesie oder in Plexusanästhesie möglich. Die Operation wird ambulant durchgeführt.

Weitere Details erfahren Sie beim individuellen Beratungsgespräch durch Ihren Arzt im Gelenkzentrum Rhein-Main.

Nachbehandlung

Bandagierung der Hand und Unterarm mit Ruhigstellung in einer Orthese bis zum Abschluss der Wundheilung und Fadenentfernung nach 10 Tagen.

Zwischenzeitliche Wundkontrollen werden je nach Lokalbefund terminiert.

Nach Wundheilung ist ein zunehmender funktioneller Einsatz der Hand möglich.

Die, durch die Nervenkompression bedingten Schmerzen, sind in der Regel nach wenigen Tagen deutlich gebessert.

Nervenausfälle mit Minderempfindungen oder gar Lähmungen des Thenarmuskels benötigen deutlich längere Regenerationszeiten.

Die Regenerationszeit ist abhängig von der Dauer und der Intensität der präoperativ bestandenen Nervenschädigung.

Ihr Orthopäde berät Sie gerne.

Termin in der orthopädischen Praxis vereinbaren.

Loge Guyon Syndrom / Distales Nervus ulnaris Kompressionssyndrom

Anatomie

Lagebeziehung der Loge Guyon (gelb) auf Höhe der Handwurzel und in der Abgrenzung zum Karpaltunnel (CT)

Der Nervus ulnaris (Ellennerv) tritt am Handgelenk in Begleitung der Arteria ulnaris in einer tunnelförmigen Loge die Hohlhand über.

Diese Guyonsche Loge liegt oberflächlicher als der Karpaltunnel und weiter ellenwärts.

Der Boden der Loge wird proximal vom Retinaculum flexorum gebildet und nach beugeseitig wird die Loge von Faserzügen des Retinaculums begrenzt, die sich mit Faserzügen aus der Bindegewebsplatte der Hohlhand vereinigen (Palmaraponeurose).

Im Verlauf der Loge teilt sich der Nervus ulnaris in seinen oberflächlichen und tiefen Nervenast auf. Der oberflächliche ist rein sensibel und versorgt den Ring- und Kleinfinger.

Der tiefe Nervenast ist rein motorisch und versorgt den überwiegenden Teil der Handbinnenmuskulatur.

Ein Ausfall des motorischen Astes führt zu Lähmungen und der sog. Krallenhand.

Lagebeziehung des Nervus ulnaris (schwarz) zur Arteria ulnaris (rot) in der Loge Guyon

Anatomische Präparation der Loge Guyon mit Arteria und Nervus ulnaris

Aufteilung des Nervus ulnaris in seinen sensiblen Ramus superficialis und den motorischen Ramus profundus

Symptome

Dieses Kompressionssyndrom ist deutlich seltener als ein Karpaltunnelsyndrom. Eine Häufung bei Radsportlern wird beobachtet und wird hier auf eine wiederholte Schädigung durch Druck vom Fahrradlenker interpretiert.

Dass Beschwerdebild ist sehr variabel, je nachdem ob eine bevorzugte motorische oder sensible oder kombinierte Schädigung des Nerven vorliegt.

Typische Missempfindungen des ellenseitigen Ringfingers und des kompletten Kleinfingers können bei rein motorischer Schädigung fehlen.

Hier ist dann die Atrophie (Verschmächtigung) der Muskulatur streckseitig zwischen Daumen und zweitem Mittelhandknochen wegweisend.

Eine elektrophysiologische Untersuchung durch den Neurologen ist obligat.

Wegen der Möglichkeit des kombinierten Auftretens eines Karpaltunnel- und eines Loge Guyon Syndroms sollte immer die Messung beider Nerven erfolgen.

Op-Verfahren

Die Schnittführung zur Dekompression der Loge de Guyon liegt mehr ellenseitig und ist von geringerer Ausdehnung als die Schnittführung bei der klassischen offenen Spaltung des Karpaltunnels.

Die winkelförmige Schnittführung liegt etwas ellenseitiger als bei der klassischen offenen Operation des Karpaltunnelsyndromes.

Von proximal nach distal ist die Arteria ulnaris die präparatorische Leitstruktur.

Der Nerv wird bis zu seiner Aufzweigung in den oberflächlichen und tiefen Anteil freigelegt und der Eintritt des motorischen Astes in die Muskulatur von Einschnürungen befreit.

Endoskopische Operationsverfahren sind hier nicht möglich.

Die Schnittführung zur Dekompression der Loge de Guyon liegt mehr ellenseitig und ist von geringerer Ausdehnung als die Schnittführung bei der klassischen offenen Spaltung des Karpaltunnels.

Anästhesie

Die Betäubungsmöglichkeiten entsprechen denen der Karpaltunnelspaltung, siehe dort.

Nachbehandlung

Elastische Bandage bis zum Abschluss der Wundheilung und Fadenzug am 10. postoperativen Tag.

Funktionelle Übungsbehandlung in Abhängigkeit von der Schwere der präoperativen Nervenschädigung und der motorischen Ausfälle.

Unter Umständen ist das Tragen einer Ulnarisspange bis zur Regeneration der Handmuskeln erforderlich.

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Orthopäden

Sulcus ulnaris Syndrom

Anatomie

Topographische Darstellung des Nervus ulnaris mit Eintritt in den Sulcus ulnaris am medialen Epicondylus.

Der Nervus ulnaris verläuft am Ellenbogengelenk in einer als Sulcus nervi ulnaris bezeichneten Rinne, die von einem straffen Bindegewebe bedeckt ist.

Nach dem Austritt dem Sulcus verläuft der Nervus ulnaris zwischen den beiden Köpfen des ellenseitigen Handgelenksbeugers (FCU), den er innerviert.

Nach distal verläuft der Nerv entlang des ulnaren tiefen Langfingerbeugers (FDP) zum Handgelenk.

Von den tiefen Langfingerbeugern werden die Anteile des Kleinfingers vollständig vom N. ulnaris und die des Ringfingers gemeinsam mit dem Nervus medianus motorisch innerviert.

Symptome

Typisch sind Gefühlsstörungen des Klein- und Ringfingers, oft in Kombination mit einem Dehnungsschmerz bei schneller Beugung des Ellenbogengelenkes.

Ein palpables Schnappphänomen am Sulcus kann von einem hypermobilen Nerven im Sulcus mit dynamischer Luxationsneigung oder durch eine schnappende Trizepssehne bedingt sein.

Hier ist die subtile Untersuchung durch den erfahrenen Handchirurgen zur Differenzierung gefordert, weil beide Symptome unterschiedlicher operativer Therapie bedürfen.

Beim Sulcus ulnaris Kompressionssyndrom kann häufig ein elektrisches Empfinden beim Beklopfen des Nerven provoziert werden (positives Hoffmann-Tinel-Zeichen).

Sind durch die Schädigung motorischer Anteile des Nerven auch Atrophien der Handbinnenmuskulatur erkennbar und die Schweißsekretion vermindert, ist die Diagnose leicht zu stellen.

Eine Differenzierung von einer distalen motorischen Schädigung in der Loge Guyon ist durch eine kraftvolle Anspannung des tiefen Langfingerbeugers für den Kleinfinger möglich und deutet bei Schwäche auf eine Schädigung des Nervus ulnaris oberhalb der Loge Guyon ( also z.B. im Sulcus) hin.

Eine elektroneurographische Messung ist in jedem Falle vor jeder Operation in dieser Höhe zu empfehlen.

Op-Verfahren

Nervenverlauf vor (grau) und nach (gelb) subcutaner Vorverlagerung zur Dekompression bei Sulcus ulnaris Syndrom.

Bei Ersteingriffen reicht in der Regel eine Dekompression des Nerven im Sulcus aus. Bei Rezidiven nach vorausgegangener Spaltung des Sulcus ulnaris führen wir die subcutane Vorverlagerung des Nerven mit seinem Begleitgefäß durch.

Hierzu ist an der Innenseite des Ellenbogengelenkes eine Schnittlänge von ca. 8-10 cm erforderlich. Nur so kann der Nerv spannungsfrei mobilisiert werden.

Jegliche Art von Kantenbildungen durch Faszienzüge oder spitzwinkelige Abknickungen des Nerven müssen vermieden werden.

Die gebildete subcutane Tasche wird durch resorbierbares Fadenmaterial gesichert. Der völlig uneingeschränkte Nervenverlauf wird in allen Funktionsstellungen des Ellenbogengelenkes intraoperativ geprüft.

Anästhesie

Wir empfehlen die Vollnarkose und können den Eingriff als ambulante Operation anbieten.

Bei Zusatzerkrankungen oder Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten kann eine stationäre Behandlung indiziert sein.

Hierzu werden Sie von den Operateuren des Gelenkzentrums Rhein-Main individuell beraten.

Nachbehandlung

Entfernung der Drainage am Folgetage mit dem ersten Verbandswechsel.

Elastische Bandagierung mit angebeugtem Ellenbogengelenk bis zum Abschluss der Wundheilung und Fadenentfernung.

Je nach Ausprägung der präoperativen Nervenausfälle und Lähmungen ist eine postoperative Physiotherapie in Kombination mit Ergotherapie und Schienenversorgung geboten.

Die Erholungszeit des Nerven kann mehrere Monate betragen.

Ihr Orthopäde berät Sie gerne.

Termin in der orthopädischen Praxis vereinbaren.

Interosseus anterior Syndrom / Pronator teres Syndrom

Anatomie

Auf der linken Seite führt die Schädigung des motorischen Nervus interosseus anterior zur fehlenden Anbeugung im Daumen und Zeigefingerendgelenk.

Nach der Passage der Ellenbeuge verläuft der Nervus medianus von leicht ulnar kommend zwischen den beiden Köpfen des Pronator teres und gibt hier den kräftigen Nervus interosseus anterior ab.

Dieser ist vorwiegend motorisch und innerviert den langen Daumenbeuger (FPL) die langen Langfingerbeuger für Zeige- und Mittelfinger (FDP II/III) und den quadratischen Einwärtsdreher am Unterarm.

Sensibel versorgt der N. interosseus anterior das beugeseitige Handgelenk und die Handwurzel.

Der Durchtritt des Nervus medianus mit seiner Aufteilung in den interosseus anterior auf Höhe der Pronatorköpfe ist vielen anatomischen Variationen unterworfen und die einengenden Strukturen erst intraoperativ zu erkennen.

Zahlreiche klinische Funktionstests helfen dem geübten Handchirurgen die Läsionshöhe näher einzugrenzen.

Beim motorischen Ausfall des interosseus anterior ist hier die Unfähigkeit mit Daumen und Zeigefinger einer Hand einen Kreis zu bilden richtungsweisend.

Symptome

Die Beschwerden sind ähnlich derer des Karpaltunnelsyndromes, wobei die Nachtschmerzen geringer sind und kein Hoffmann-Tinel-Zeichen am Karpaltunnel zu finden ist.

Die Differenzierung erfolgt durch eine Reihe verschiedener Muskel- und Funktionstests, die alle darauf abzielen, den eingeengten Nerven am Ort der Einengung zu provozieren.

Die wichtigsten sind: Der Einwärtsdrehtest gegen den Widerstand des Untersuchers, der isometrische Beugeversuch im Ellenbogengelenk gegen Widerstand und der „Fingerhakel“-Test gegen Widerstand (FDPII/III). Eine obligate elektrophysiologische Messung beweist die Höhe der Schädigung.

Diagnostik

Neben der neurol. Messung des N. medianus ist zum Ausschluss einer Raumforderung mit Druck auf die Nervenäste auch eine Kernspinntomographie sinnvoll.

Diese Untersuchung ist ohne Strahlenbelastung für den Patienten und liefert im Falle einer Raumforderung erste Einstufungsmöglichkeiten auf die Art der Raumforderung (Zyste, Ganglion oder lokale Wucherung).

Konservative Therapie

Ist eine lokale Raumforderung in der Kernspinntomographie ausgeschlossen worden ist eine konservative Behandlung sinnvoll.

Mit physiotherapeutischen Muskeldehnungsverfahren und Querdehnungen begleitet von Elektrostimulationen der Muskeln kann eine spontane Erholung des Nerven versucht werden.

Die bleibenden Schwächen oder sich verschlechternder Nervenmessung raten wir innerhalb von 3-6 Monaten zur Operation.

Op-Verfahren

Wegen der vielfachen anatomischen Variationen muss der komplette Verlauf des Nervus medianus in der Ellenbeuge und des proximalen Unterarmes revidiert werden.

Von proximal kommend dient die Arteria brachialis als Leitstruktur. Bei Erreichen des Pronator teres muss je nach Art des Nervenverlaufs der Muskel gespreizt oder inzidiert werden.

Da der Abgang des interosseus anterior im Muskelbauch liegt und revidiert werden muss, sollte diese Operation nur von einem Operateur mit mikrochirurgischer Erfahrung unter Verwendung optischer Vergrößerungshilfen (Lupenbrille) ausgeführt werden.

Am Gelenkzentrum Rhein-Main werden alle Nervenkompressionssyndrome mit Lupenbrille operiert.

Anästhesie

Wir empfehlen die Vollnarkose und führen den Eingriff in der Regel stationär aus.

Hierzu lassen Sie sich von den Operateuren des Gelenkzentrums Rhein-Main individuell beraten.

Nachbehandlung

Elastische Bandage bis zum Abschluss der Wundheilung und Fadenzug.

Die Weiterbehandlung wird Abhängigkeit von den präoperativen motorischen Ausfällen individuell gestaltet.

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Orthopäden

Supinatorlogen-Syndrom / Interosseus posterior Syndrom

Anatomie

Der Nervus radialis teilt sich nach seinem Durchtritt durch den Hiatus nervi radialis im Septum intermusculare laterale in der Ellenbeuge in den rein sensiblen Ranus superficialis Nervus radialis und den vorwiegend motorischen Ramus profundus auf.

Der Ramus superficialis zieht mit der Arteria radialis nach distal und der Ramus profundus durchläuft den Musculus supinator (Auswärtsdreher des Unterarmes) und gelang so zur Streckseite des Unterarmes wo er alle Finger und Handgelenksstrecker motorisch innerviert.

Der Sehnenspiegel am Eintritt des Musculus supinator (Frohse-Arcade) kann zu Einengungen führen.

Symptome

In der Regel fehlen sensible Ausfälle. Es dominieren dumpfe ausstrahlende Schmerzen am streckseitigen Unterarm, die einer Epicondylitis radialis ähneln.

Bei motorischen Ausfällen besteht eine entsprechende Streckschwäche der Langfinger und/oder des Daumens. Der Eintritt in den Supinatorloge ist oft auf Druck schmerzhaft.

Die dabei empfundenen Beschwerden werden ebenfalls beim Versuch der Auswärtsdrehung gegen Widerstand empfunden und bei Streckung des Ellenbogengelenkes verstärkt. Der Mittelfingerstrecktest ist schmerzhaft gegen Widerstand.

Eine gewisse Koinzidenz mit der Epicondylitis radialis kann die Diagnose erschweren. Wir raten daher, jeden Patienten mit therapieresistenten Tennisellebogen in Hinblick auf ein latentes Supinator-Logen-Syndrom durch einen geübten Handchirurgen untersuchen zu lassen.

Eine zusätzlich elektrophysiologische Messung, die oft schwierig ist, wird zur Stützung der Operationsindikation durchgeführt.

Diagnostik

Neben der neurol. Messung des N. radialis ist zum Ausschluss einer Raumforderung mit Druck auf die Nervenäste auch eine Kernspinntomographie sinnvoll.

Diese Untersuchung ist ohne Strahlenbelastung für den Patienten und liefert im Falle einer Raumforderung eine erste Einstufung auf die Art der Raumforderung (Zyste, Ganglion oder lokale Wucherung).

Konservative Therapie

Wenn eine lokale Raumforderung in der Kernspinntomographie ausgeschlossen worden ist, ist eine konservative Behandlung sinnvoll.

Mit physiotherapeutischen Muskeldehnungsverfahren und Querdehnungen begleitet von Elektrostimulationen der Muskeln kann eine spontane Erholung des Nerven versucht werden.

Liegt zusätzlich ein entzündeter Sehnenspiegel der Handgelenksstrecker vor, kann eine Unterspritzung mit Prednisolon und lokal Anästhetikum erfolgen.

Bleibende Muskelschwächen oder verschlechterte Nervenmessungen über einen Zeitraum von 3-6 Monaten stützen für uns die Indikation zur Operation.

Op-Verfahren

Durch einen geschwungenen Hautschnitt an der radialen Ellenbeuge wird zwischen M. brachialis und M. brachioradialis der Nervus radialis aufgesucht.

Die muskulären Abgänge werden geschont und der Eintritt des Ramus profundus in die Supinatorloge dargestellt, die vorliegenden einschnürenden Sehnenspiegel und Faserzüge werden durchtrennt und der Nerv dekomprimiert.

Anästhesie

Wir empfehlen die Vollnarkose und führen den Eingriff in der Regel stationär aus.

Hierzu lassen Sie sich von den Operateuren des Gelenkzentrums Rhein-Main individuell beraten.

Nachbehandlung

Elastische Bandage bis zum Abschluss der Wundheilung und Fadenzug.

Die Weiterbehandlung wird in Abhängigkeit von den präoperativen motorischen Ausfällen individuell gestaltet.

Ihr Orthopäde berät Sie gerne.

Termin in der orthopädischen Praxis vereinbaren.

Wartenberg-Syndrom

Anatomie

Der sensible Ramus superficialis nervi radialis tritt zwischen dem M. brachioradialis und M. extensor carpi radialis longus ca. 8 cm proximal des Handgelenkes durch die Unterarmfaszie.

Dort kann der Nerv durch Armreifen, Bänder und Schmuck eine chronische Druckschädigung erfahren. Eine Irritation durch rheumatisch verdicktes Sehnengleitgewebe ist ebenfalls möglich.

Symptome

Gefühlsstörungen am streckseitigen Daumen- und Zeigefingerbereich sowie dem ersten Intermetakarpalraum.

Minderempfindungen und elektrische Missempfindungen mit Verstärkung bei provozierter Drehbewegung des Handgelenkes gegen Widerstand.

Konservative Therapie

Ausschalten der auslösenden Ursachen für Schädigung durch Druck von außen.

Uhren, Armreifen etc. nicht mehr auf der betroffenen Seite tragen.

Dehnungsübungen des Handgelenkes nach ellenwärts, lokale Bindegewebsmassage.

Op-Verfahren

Die Operation ist bei diesem Krankheitsbild selten notwendig!

Spaltung der Unterarmfaszie, Revision des Nervendurchtrittes und ggf. Resektion von verdicktem Sehnengleitgewebe. Ggf. Kerbung/Z-förmige Verlängerung der Sehne des M. brachioradialis.

Anästhesie

Die Operation ist in Vollnarkose, intravenöser Regionalanästhesie oder in Plexusanästhesie möglich.

Die Operation wird ambulant durchgeführt.

Weitere Details erfahren Sie im individuellen Beratungsgespräch durch Ihren Arzt im Gelenkzentrum Rhein-Main.

Nachbehandlung

Wundverband bis zum Fadenzug, Narbenabhärtung, ggf. Silikonauflagen zur Verhinderung von Keloiden.

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Prof. Dr. B. Gladbach

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