Hallux Rigidus

Kompetenz für Bewegung

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Krankheitsbild

Der Begriff Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksteifigkeit) beschreibt die Arthrose des Großzehengrundgelenks. Diese Erkrankung wurde erstmals im Jahr 1887 erwähnt. Diese Erkrankung kann auch mit einer Hallux valgus-Fehlstellung vergesellschaftet sein.

Symptome

Die Hauptbeschwerden sind eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenks mit Störung der Abrollfähigkeit über die Großzehe beim Laufen. Dies wiederum kann zur Entwicklung eines Schongangs führen. Zudem schmerzen Knochenanbauten im geschlossenen Schuh. Hier kann es auch zur Entstehung von Druckstellen kommen.

Diagnostik

Die Standarddiagnostik besteht neben der klinischen Untersuchung in der Durchführung von Röntgenaufnahmen des Fußes in 2 Ebenen unter Belastung.

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Therapie

Konservative Therapie

In den Frühstadien ist eine Einlagenversorgung mit einer sogenannten Rigidusfeder indiziert. Diese orthopädietechnische Maßnahme beinhaltet eine Versteifung der Einlage in Höhe des Großzehengrundgelenkes.

Auch empfiehlt sich vorgängig eine Fußdruckmessung zur Verifizierung der eingeschränkten Abrollfähigkeit und Ausschluss einer Überlastung der benachbarten Mittelfußköpfchen.

Auch ist die intraartikuäre Injektion von Hyaluronsäure ist in den Frühstadien sinnvoll. Ein chronisch erhöhter Harnsäurespiegel sollte medikamentös behandelt werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Operative Therapie

Bei erfolgloser konservativer Therapie sind die operativen Therapieoptionen abhängig vom Schweregrad der Erkrankung (Schweregrad Grad 1 bis 3 nach Coughlin) (Abbildung 1), von den subjektiven Beschwerden, der Länge des Metatarsale, einer zusätzlichen Hallux valgus Deformität und auch den Wünschen der Patienten/innen, z.B. der Wunsch nach Tragen von hohen Schuhen oder die gewünschte Sportfähigkeit.

Zum Einsatz kommen hier:

Eine Abtragung der Knochenvorsprünge, die sogenannte Cheilektomie und eine Arthrolyse (Lösen von Verwachsungen und eine Kapselmobilisation),

Korrekturosteotomien des Metatarsale 1 (nach Youngswick) und des Großzehen-grundgelenks (nach Moberg), eine Versteifung des Großzehengrundgelenks und ein teilweiser Gelenkersatz.
Abbildung 1. Coughlin / Shurnas Klassifikation.

Auch wenn sich unter den Patienten die bei uns eine Versteifung des Großzehengrundgelenks erhalten haben mehrere Marathonfinisher und auch einige professionelle Fußballspieler der 1. Bundesliga befinden die weiterhin auf höchstem sportlichem Niveau aktiv sind, stellt sich hier immer die Frage nach der Möglichkeit eines Gelenkerhalts. Die Entscheidung zum Gelenkerhalt ergibt sich im Wesentlichen aus den klinischen Befunden und den Röntgenbildern (Abbildung 2)

Abbildung 2. Coughlin / Shurnas Klassifikation. Grün unterlegt sind die Stadien bei denen eine Gelenkerhaltende Operation auf jeden Fall erwogen werden sollte.

Besteht danach die Indikation zum gelenkerhaltenden Verfahren so ist die Auswahl des korrekten Verfahrens entscheidend.

Da sich beim Hallux rigidus knöcherne Spangen gebildet haben, welche die Bewegung schmerzhaft einschränken und zu einem schmerzhaften Druck im Schuh führen, kann eine Abtragung der Knochenvorsprünge, die sogenannte Cheilektomie, in frühen Stadien Sinn machen (Abbildung 3). Ggf. muss dieses Verfahren intraoperativ durch eine Korrekturosteotomie ergänzt werden wenn die Beweglichkeit nach der Cheilektomie nicht ausreichend ist [1]. Bei der richtigen Indikationsstellung sind nach 2 Jahren ca. 95% der Patienten mit diesem Verfahren zufrieden oder sehr zufrieden [1].

Abbildung 3. Bei der Cheilektomie werden die Knochenvorsprünge abgetragen.

Korrekturosteotomien

Bei den Korrekturosteotomien kann man solche am Metatarsale 1 (nach Youngswick) von denen des Großzehengrundgelenks (nach Moberg) unterscheiden. Auch können beide Verfahren kombiniert werden.

Die Osteotomie nach Youngswick

Hier werden zuerst die knöchernen Anbauten entfernt, dann wird das Metatarsale 1 subcapital durchtrennt und verkürzt (Abbildung 4). Dabei kann auch eine Hallux valgus – Fehlstellung ausgeglichen werden.

Abbildung 4. Bei der Osteotomie nach Youngswick werden zuerst die knöchernen Anbauten entfernt, dann wird das Metatarsale 1 subcapital durchtrennt und verkürzt

Bei korrekter Indikationsstellung sind hier nach einer mittleren Nachbeobachtungs-dauer von 5,7 Jahren 85 Prozent der Patienten mit dem Ergebnis zufrieden. Dabei gaben 75 Prozent der Patienten an, dass sich ihre Symptome um mehr als 90 Prozent gebessert haben [2]. Nach einer anderen Studie würden 97% das Verfahren einem Familienmitglied oder Freund empfehlen [3].

Auch wenn nach diesem Verfahren eine Arthrodese des Großzehengrundgelenks noch problemlos möglich ist, so konnte doch gezeigt werden, dass dies auch über einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren in der Regel nicht nötig ist [4].

 

Die Osteotomie nach Moberg

Diese Osteotomie ist ebenfalls kombiniert mit einer Entfernung von knöchernen Anbauten und findet an der Grundgliedbasis der Großzehe statt (Abbildung 5). Dabei wird ein nach fußrückenwärts offener Keil entfernt und die Gelenkebene „zugeklappt“ um das Gelenkspiel zu verbessern.

Abbildung 5. Bei der Osteotomie nach Moberg wird nach der Entfernung von knöchernen Anbauten an der Grundgliedbasis der Großzehe ein nach Fußrückenwärts offener Keil entfernt.

Auch hier sind bei der richtigen Indikationsstellung nach 2 Jahren ca. 98% der Patienten mit diesem Verfahren zufrieden oder sehr zufrieden [1]. 89% der Patienten berichten nach einer derartigen Operation über eine Schmerzfreiheit oder deutliche Schmerzreduktion [5]. Dieses Verfahren kann auch als Erweiterung einer „Youngswick-Osteotomie“ genutzt werden.

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Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt bei Osteotomien mit einem Verbandsschuh mit starrer Sohle für 6 Wochen postoperativ. Patienten bei denen eine alleinige Cheilektomie erfolgt ist können nach 2-3 Wochen wieder in einen bequemen Konfektionsschuh übergehen.

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Prof. Dr. B. Gladbach

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Priv. Doz. Dr. K. E. Roth

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