Erwachsenenplattfuß

Kompetenz für Bewegung

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Krankheitsbild

Die Entwicklung des erworbenen Erwachsenenplattfußes ist oft vergesellschaftet mit einer krankhaften Veränderung der Tibialis posterior Sehne deren Aufgabe es ist den Fuß zu stabilisieren (Abbildung 1) [1].

Tibialis posterior Sehne

Abbildung 1 Die Tibialis posterior Sehne (rote Pfeile) verläuft hinter dem Innenknöchel. Beim Erwachsenenplattfuß ist sie oft krankhaft verändert

Grob unterschieden werden können: eine fixierte, nicht flexible Fehlstellung und eine flexible Fehlstellung sowie eine Fehlstellung in Vor- Mittel- und Rückfuß [2] (Abbildung 2).

Deformität Plattfuß

Abbildung 2 Verschiedene Ebenen der Deformität beim Plattfuß. Rechts: luxiertes TN-Gelenk; Mitte: Fehlstellung im oberen Sprunggelenk; Rechts: Einbruch der Längswölbung in der Fußwurzel.

Symptome

Beschwerdeführend ist eine schmerzhafte Abflachung des Fußgewölbes mit Schmerzen in der Längswölbung und um den Innenknöchel und / oder auch außenseitig an der Wadenbeinspitze („Impingement“).

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Diagnostik

Wichtig ist die klinische Untersuchung mit Funktionstests im Seitenvergleich. Zudem benötigen wir in der Regel eine Röntgenuntersuchung des betroffenen Fußes und des oberen Sprunggelenks in 2 Ebenen unter Belastung.

Zur Beurteilung der Qualität der Tibialis posterior Sehne und zum Ausschluss einer Synostose (knöcherne Verbindung zweier Knochen, die zuvor knorpelig verbunden waren) oder Arthrose kann ein MRT und / oder CT nötig sein.

Therapie

Zu Beginn und bei akuten Verläufen kann, mit einer Ruhigstellung im Walker und entzündungshemmenden Medikamenten, die Entzündung behandelt werden.

Anschließend sollte eine konsequente Einlagenversorgung, möglichst nach Fußdruckmessung, erfolgen.

Physiotherapie, Eigenübungen und Bandagen können ebenfalls hilfreich sein.

Führen konservative Maßnahmen zu keiner ausreichenden Linderung kann eine Operation die Funktion wiederherstellen.

Je nach Art der Fehlstellung wird das Fersenbein osteotomiert und nach innen verschoben (Abbildung 3). Auch kann eine „Verlängerung“ des Fersenbeins oder eine Umstellung im Beriech des oberen Sprunggelenkes nötig werden (Abbildung 4).

Im Bereich der Fußwurzel kann eine Osteotomie notwendig werden um die Längswölbung zu erhöhen (Abbildung 5). Ggf. wird zudem ein körpereigener Sehnentransfer (FDL-Sehne) zur Verstärkung der Tibialis posterior Sehne und eine Rekonstruktion des Innenbadkomplexes erfolgen.

Abbildung 3 Bei der Calcaneusverschiebeosteotomie wird das Fersenbein durchtrennt, nach innen verschoben und mit einer Schraube fixiert (oben). Dadurch wird der Fersenauftrittspunkt wieder unter die Lastachse des Körpers gebracht (unten)

Verlängerung des Fersenbeins

Abbildung 4 Durch eine Verlängerung des Fersenbeins (links) wird der Vorfuß zum Rückfuß ausgerichtet (rechts). Dieser Schritt wird Notwendig, wenn der Vorfuß im Vergleich zum Rückfuß nach außen abweicht (Mitte)

Abbildung 5 Die so genannte „Cotton – Osteotomie“ kann notwendig werden um die Längswölbung weiter aufzubauen. Dabei wird das Cuneiforme oben aufgespreitzt. Diese Aufspreitzung wird dann in der Regel mit einer Platte fixiert.

Ist es durch die Deformität zur Ausbildung von Arthrosen gekommen so müssen ggf. Gelenke versteift werden um eine anatomische Rekonstruktion zu erreichen (Abbildung 6).

Plattfuß bei Rheuma

Abbildung 6 Plattfuß bei Rheuma mit ausgekugeltem TN- und unterem Sprunggelenk (links) und Ergebnis 1 Jahr nach Versteifung der ehemals ausgekugelten Gelenke (rechts).

Komplexe Plattfußdeformität mit Arthrose im Chopartgelenk

Abbildung 7 Komplexe Plattfußdeformität mit Arthrose im Chopartgelenk (oben). Und ein Jahr nach einer Kombinationsoperation aus Versteifungen (Chopart- und unteres Sprunggelenk) und Korrekturosteotomie am oberen Sprunggelenk (unten).

[1] Dullaert K, Hagen JE, Simons P, Gras F, Gueorguiev B, Richards RG, Simons P. Klos K. Influence of tibialis posterior muscle activation on foot anatomy under axial loading: A biomechanical CT human cadaveric study. Foot Ankle Surg. 2017;23:250-4.

[2] Raikin SM, Winters BS, Daniel JN. The RAM classification: a novel, systematic approach to the adult-acquired flatfoot. Foot Ankle Clin. 2012;17:169-81.

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Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt in einem Walker oder Unterschenkelgips für mindestens 6 Wochen ohne Belastung. Nach einer Röntgenkontrolle kann eine Belastung im oder ohne Walker für die nächsten Wochen erfolgen.

Postoperativ wird primär eine Lymphdrainagetherapie zur Abschwellung durchgeführt, KG frühestens nach 6 Wochen nach gesicherter Einheilung der Sehne.

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Priv. Doz. Dr. K. E. Roth

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H. Falk

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